Weinlexikon: Buchstabe B


Bacchus
Der Bacchus zählt zu den Neuzüchtungen und ist eine Kreuzung zwischen (Silvaner & Riesling) und Müller - Thurgau. Er ist in den Weinanbaugebieten Rheinhessen, Nahe, Pfalz, Mittelrhein und Mosel - Saar - Ruwer sehr stark verbreitet. Den Namen erhielt er von dem römischen Weingott. Die Rebe, die einen hohen Wasserbedarf hat, kann überall in jenen Lagen angebaut werden, in denen Silvaner nicht vollständig reif wird.

Badisch Rotgold
Badisch Rotgold ist die Bezeichnung für einen Rotling. Der Wein wird aus einer Mischung der Rebsorten Grauburgunder und Spätburgunder gewonnen. Die Bezeichnung "Badisch Rotgold" ist ausschließlich in Baden zugelassen. Es handelt sich hierbei um Qualitätsweine mit und ohne Prädikat.

Badisches Gütezeichen
Das Badische Gütezeichen bekommen ausschließlich badische Qualitätsweine. Dieses Gütezeichen erhalten die Weine, bei denen die Punktzahl über den vorgeschriebenen Mindestwerten liegt.

Barrique
Der Wein wird in neuen 225 Liter Eichenholzfässern ausgebaut. Diese Fässer können nur 2 - 3 mal benutzt werden. Es ergibt sich ein vanille- oder zimtartiger Beigeschmack. Das Barrique ist in vielen Regionen der Welt der wichtigste Bestandteil des Weinausbaues. Die Holzaromen dienen dazu, den geringen Säuregehalt und den hohen Alkoholgehalt zu kompensieren. Die meisten roten Spitzenweine der Welt werden im Barrique ausgebaut. In den letzten Jahren werden auch in Deutschland gute Barrique-Weine angeboten.

Baumkelter
Der Baumkelter wird auch als „Torkel“ bezeichnet. Baumkelter stammen aus der Römerzeit und wurden überwiegend im Mittelalter eingesetzt. Die Baumkelter wurden aus Eichenstämmen gebaut und konnten wegen ihrer Größe nur in großen Schuppen oder im Freien aufgestellt werden.

Beerenauslese
Beerenauslesen sind seltene Spitzenweine, eine Steigerung der Auslese. Die Trauben werden im überreifen, oft edelfaulen Zustand gelesen und per Hand Beere für Beere ausgelesen, wobei nur sehr kleine Mengen entstehen. 100l pro Hektar sind keine Seltenheit. Wenn diese Beeren außerdem noch eingetrocknet sind, also fast Rosinen, dann entsteht die Trockenbeerenauslese. Diese sind in noch geringeren Mengen und noch seltener zu finden. Durch die edelfaulen Trauben erhält der Wein das unverkennbare Aroma der Auslesen. Die Weine zeichnen sich durch ihre reife Süße, Würze und Fülle aus. Beerenauslesen sind sehr lange haltbar, meist sogar über 100 Jahre. Demnach sind die Weine auch sehr wertvoll. Auf Weinversteigerungen werden die kostbaren Weine aus alten Jahrgängen von 2 000 bis über 10 000 DM gehandelt. Die Mindestanforderungen für die Beerenauslese sind im deutschen Weingesetz genau festgelegt. Der natürliche Mindestalkoholgehalt muss 16,5 Vol.% aufweisen.

Bentonit
Auch "Geisenheimer Erde" genannt. Dies ist eine Tonerde, die als Schönungsmittel für die Ausfällung von störendem Eiweiß in Wein verwendet wird.

Biologischer Säureabbau
Wird auch Milchsäuregärung genannt. Durch Bakterien wird die kräftige, aggressive Äpfelsäure zu der milderen Milchsäure umgebaut. Der Weinsäuregehalt bleibt dabei unverändert. Der Säuregeschmack ist wesentlich weicher. Bei Rotweinen passt das hervorragend, die typische Rotweinart kommt stärker zum Tragen. Bei milden Weißweinen ist es sehr umstritten, da sich der Weintyp verändert.

Biowein
Weine, die ohne chemische Spritz- und Düngemittel angebaut werden. Es werden nur natürliche Stoffe verwendet: Pflanzenextrakte, Mineralien (Kupfer, Schwefel), Steinmehle und organische Dünger. Im Labor lassen sich kaum Unterschiede zu „normal“ erzeugten Weinen aufweisen. Beim Einkauf von solchen Bioweinen sollte man auf die Verbandssiegel der Öko-Anbauverbände achten.

Bitter
Durch Verarbeitungsfehler des Lesegutes können zuviel Gerbstoffe in den Wein gelangen und dem Wein einen unangenehmen Geschmackston verleihen. Diese Fehler entstehen oft, wenn beim Pressen der Trauben die Kerne oder die grünen Traubenstengel beschädigt werden und dadurch Gerbstoffe in den Wein gelangen.

Blank
Ausdruck für einen Wein, der klar im Glas steht.

Blass
Schwache, ausdruckslose Weine sind oft in der Farbe sehr hell und besitzen keinen Charakter.

Blattdüngung
Durch die Zugabe von Flüssigdünger auf die Blätter kann die Nährstoffversorgung und dadurch bedingte Wachstumsstörungen verbessert werden. Allerdings ist eine ausreichende Düngung auf diesem Weg nicht zu machen.

Blauschönung
Ein in der modernen Kellerwirtschaft nicht mehr notwendiges Verfahren. Der Einsatz von Kunststoff und Edelstahl hat den Metallgehalt der Weine stark verringert. Früher wurden Stahlbütten, Stahlkörbe, Messing- und Kupfergeräte in den Keltern benutzt. Bei diesem Verfahren werden Metalltrübungen aus dem Wein entfernt. Durch gelbes Blutlaugensalz werden Schwermetallsalze aus dem Wein entfernt. In Most oder Wein waren oft lösliche Eisenverbindungen enthalten. Durch das Verfahren der Blauschönung wird aus der löslichen Eisenverbindungen eine unlösliche, blaue Substanz, die sich am Boden absetzen kann.

Blind
Der Wein hat einen Schleier oder eine Trübung.

Blume
Als Blume bezeichnet man den angenehmen Duft eines Weines. Es handelt sich dabei um den Geruchseindruck, der sich im Glas entfaltet, auch -> Bukett genannt.

Bocksbeutel
Die Bocksbeutel-Flaschen stammen aus Franken und werden auch vorwiegend für Frankenwein verwendet. Der Bocksbeutel ist eine kugelförmige und bauchige Weinflasche. Die erste Flasche in dieser Form stammt aus der Zeit um 1400 v. Chr. und wurde in Franken gefunden. In die Bocksbeutelflaschen dürfen nur Qualitätsweine aus dem Anbaugebiet Franken und vereinzelt auch Weine aus Teilen des Anbaugebietes Baden abgefüllt werden.

Böckser
Durch einen Gärfehler bei Jungweinen kann ein Geruchs- und Geschmacksfehler entstehen, der an faule Eier erinnert. Der Weinfehler stellt jedoch kein Problem dar, da dieser Fehler durch Lüften und Filtrieren wieder behoben werden kann.

Boden
Der Charakter eines Weines ist von der jeweiligen Bodenart geprägt. Die verschiedenen Bodenarten, z.B. Kalk-, Lehm- oder Tonböden, prägen den Wein im Geschmack, da die Rebwurzeln in die Böden eindringen und auf diese Weise mit Mineralstoffen versorgt werden.

Botrytis Cinerea
Edelfäulepilz oder Grauschimmel, der Pflanzenteile befällt und einen grauen Belag hinterlässt. Auf reifen Trauben entsteht die Edelfäule, die gute Weine prägt. Auf unreifen Trauben richtet er jedoch Schäden an, durch die im Weinberg wirtschaftliche Nachteile entstehen können.

Brandig
Tritt auf bei Weinen, die einen zu hohen Alkoholgehalt haben. Es werden hier andere wichtige Bukettstoffe überdeckt. Brandige Weine entstehen oft durch einen zu hohen Zuckergehalt im Most, wobei der Säuregehalt und die Extraktgehalte zu niedrig sind, der Wein aber trocken ist.

Breit
Weine, die einen zu hohen Alkoholgehalt haben und bei denen das Zusammenspiel mit der Säure nicht ausgeglichen ist, werden als „breit“ bezeichnet. Diesen Weinen fehlen die Feinheiten, die die Qualität eines Weines ausmachen.

Bukett
Als Bukett bezeichnet man Geruchsstoffe, die dem Wein seinen Charakter geben. Die Entwicklung des Buketts ist stark von der Rebsorte und vom Reifegrad der Trauben abhängig.

Bundesweinprämierung
Die von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft durchgeführte höchste Qualitätsprüfung, die es für deutsche Weine gibt. Diese Qualitätsprüfung wird jährlich durchgeführt und gilt nur für Weine, die bereits an einer Regionalausscheidung oder einer Landesweinprämierung teilgenommen haben und dort ausgezeichnet wurden. Bei der Bundesweinprämierung gibt es drei Preiskategorien: Großer, Silberner und Bronzener Preis.

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