Weinlexikon: Buchstabe M


Maische
Nach der Lese werden die Trauben durch die Traubenmühle von den Rappen getrennt und beim Mahlvorgang zum Teil aufgedrückt. Hierbei wird schon ein Teil des Mostes gewonnen. Most, Beeren und Rappen nennt man dann Maische.

Maischeerhitzung
Durch eine Kurzzeit-Erhitzung wird aus den Beerenschalen der rote Farbstoff entzogen. Dieses Verfahren wird bei der Rotweinbereitung eingesetzt.

Maischegärung
Aus den Beerenschalen der blauen Trauben stammen die Farbstoffe, durch die der Rotwein seine Farbe erhält. Da der Most kaum Farbe enthält, wird dieser vor dem Abpressen einige Zeit mit den Beerenhäuten zusammen vergoren. Bei der Maischegärung entsteht Alkohol, der die Beerenschalen zerstört und so den roten Farbstoff freisetzt. Der Alkohol löst auch Gerbstoffe aus den Schalen und Kernen. Vor der Gärung werden die Kämme entfernt, damit der Gerbstoffgehalt nicht zu hoch wird. Wenn blaue Trauben sofort wie Weisswein abgekeltert werden, entsteht der Roséwein bzw. der Weißherbst.

Mannloch
So nennt man die Öffnung eines Fasses, durch die der Küfer zum Säubern des Fasses hineinschlüpfen kann.

Markensekt
Sekt, der einen geschützten Handelsnamen hat. Durch Verschnitt wird eine gleichbleibende Qualität erzielt.

Markenwein
Weine, die in Großkellereien durch Verschnitt in großen Mengen hergestellt werden. Bei diesen Weinen wird keine Lagenbezeichnung und kein Jahrgang auf dem Etikett ausgewiesen. Wohlklingende Phantasienamen ersetzen die historischen Begriffe.

Mehltau
Der Mehltau ist eine Krankheit der Reben, die durch den Pilz Oidium tuckeri hervorgerufen wird. Die Krankheit bildet auf den Blättern und Trauben eine weiße Schicht, die an Mehl oder Asche erinnert und zum Absterben der Reben führt. Vorbeugende Maßnahmen gegen diese Krankheit sind schwefelhaltige Spritzungen.

Mild
Diese Bezeichnung gilt für Sekt und Schaumwein und ist nur zulässig, wenn dieser nicht mehr als 50 g/l Restzuckergehalt aufweist. Internationale Bezeichnungen für diese Geschmacksangaben sind dolce, doux und sweet.

Mindestmostgewicht
Laut dem deutschen Weingesetz sind für die jeweiligen Qualitätsstufen verschiedene Mindestmostgewichte festgelegt. So muss eine Spätlese den vorgeschriebenen Zuckergehalt im Most enthalten, damit sie auch als Spätlese anerkannt wird. Die Werte für das Mindestmostgewicht sind für die jeweiligen Anbaugebiete unterschiedlich.

Mineralische Düngung
Die mineralische Düngung versorgt die Reben mit Spurenelementen. Der Mineraldünger wird je nach Lage und Boden im Winter oder im Frühjahr gestreut, nachdem umfangreiche Bodenuntersuchungen den genauen Düngebedarf ermittelt haben.

Mischsatz
Bezeichnung dafür, dass verschiedene Rebsorten auf einem Weinberg angebaut, zusammen gelesen und gekeltert werden. Heute wird der Mischsatz in Deutschland nicht mehr angewandt.

Morio-Muskat
Leicht erkennbar: Dieser Wein besitzt ein typisches Muskat-Bukett. Durch gute Erträge hatte diese Sorte eine große Verbreitung gefunden. Sie gedeiht am besten auf mittelschweren, tiefgründigen Lössböden. Der Morio, wie ihn die Winzer nennen, wurde durch eine Kreuzung von Silvaner & Weißer Burgunder gewonnen. Die Qualität liegt durchaus im Kabinett- und Spätlesebereich. In den letzten Jahren sind diese stark parfümierten Weine aus der Mode gekommen.

Most
Frisch abgepresster Traubensaft, bei dem die Gärung noch nicht eingesetzt hat.

Mostausbeute
Je nach Art der Kelter erzielt man heute eine Ausbeute von ca. 70 - 85%, d.h. aus 100 kg Lesegut können ca. 70 - 85 Liter Most gewonnen werden.

Mostgewicht
Nach dem Gewicht des Mostes wird mit Hilfe der Oechslewaage der Zuckergehalt berechnet.

Müller-Thurgau
Dr. Prof. H. Müller züchtete 1882 diese Rebe in Geisenheim/Rheingau. Er verließ aber einige Jahre später den Rheingau und ging nach Wädenswill im Kanton Thurgau in der Schweiz, wobei er die Urstöcke des heutigen Müller-Thurgaus mitnahm. Die Müller-Thurgau-Rebe stellt nur wenig Ansprüche an die Lage; somit gedeiht sie auf fast jedem Boden - außer auf trockenen Böden. Sie gehört neben dem Riesling zu den am weitest verbreiteten Sorten. In den letzten Jahren erfreuen sich die frischen leichten Müller-Thurgau unter dem Namen Rivaner einer immer größeren Beliebtheit.

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